Ivo Zähnler

Von Ivo Zähnler – am

Full-Service-Agentur oder Spezialist: Wer passt für Ihr Performance-Marketing?

Teambesprechung im Agenturbüro

Kurz gesagt: Eine spezialisierte Performance-Agentur lohnt sich, wenn Ihre Marke, Website und Inhalte bereits stehen und nur die Kampagnen fehlen. Eine Full-Service-Agentur passt besser, wenn Kampagnen, Website, Content und Tracking zusammen verbessert werden müssen. In beiden Fällen gilt: Ohne sauberes Conversion-Tracking lässt sich keine Kampagne zuverlässig optimieren.

Spezialisten vs. Full-Service: die Unterschiede im Überblick

Performance-Marketing umfasst bezahlte Kampagnen, deren Wirkung messbar ist: SEA (Suchmaschinenwerbung) mit Google Ads in Suche, Display, Shopping und YouTube, Social Ads auf Meta, LinkedIn oder TikTok sowie Retargeting. Für die Umsetzung gibt es in der Schweiz zwei Agenturmodelle.

KriteriumSpezialisierte Performance-AgenturFull-Service-Agentur
FokusKampagnen und GebotsstrategienStrategie, Marke, Website, Content und Kampagnen
StärkeTiefe Plattformkenntnisse, viel Erfahrung mit einzelnen KanälenEinheitliche Markenführung über alle Kanäle
Website und LandingpagesMeist Sache des Kunden oder einer weiteren AgenturIm selben Team, Anpassungen ohne Schnittstellen
Creatives (Video, Foto, Grafik)Oft extern eingekauftHäufig inhouse produziert
AbstimmungsaufwandHöher, wenn mehrere Dienstleister beteiligt sindEin Ansprechpartner für alle Massnahmen
Passt, wenn…Marke, Website und Tracking bereits gut funktionierenMehrere Baustellen gleichzeitig bestehen oder ein interner Marketingbereich entlastet werden soll

Wann ein Spezialist sinnvoll ist

Eine spezialisierte Performance-Agentur passt in diesen Fällen:

  • Ihre Website konvertiert bereits gut und das Tracking ist sauber eingerichtet.
  • Sie haben ein eigenes Team für Content und Design.
  • Sie brauchen vor allem Tiefe in einem einzelnen Kanal, etwa Google Shopping.

Wann eine Full-Service-Agentur sinnvoll ist

Eine Full-Service-Agentur passt in diesen Fällen:

  • Anzeigen führen auf Seiten, die nicht für Anfragen oder Verkäufe gebaut sind.
  • Es fehlen passende Bilder und Videos für Social Ads.
  • Daten aus Werbekonten, Website und CRM sind nicht verbunden.
  • Ihr internes Marketing soll entlastet, aber nicht ersetzt werden.

Der Vorteil eines Full-Service-Ansatzes zeigt sich vor allem an den Schnittstellen. Wenn eine Kampagne gut klickt, aber wenig Anfragen bringt, liegt die Ursache oft auf der Landingpage oder im Tracking. Liegen beide Bereiche im selben Team, lässt sich das Problem ohne Umweg über weitere Dienstleister beheben.

Fragen, die Sie jeder Agentur stellen sollten

  1. Wie richten Sie das Conversion-Tracking ein und wer prüft es?
  2. Welche Ziele messen Sie: Anfragen, Verkäufe oder nur Klicks?
  3. Erhalte ich Zugriff auf alle Werbekonten und Daten?
  4. Wie sieht das Reporting aus und wie oft besprechen wir die Zahlen?
  5. Wer passt Landingpages an, wenn die Conversion Rate tief ist?

Warum Conversion-Tracking über den Erfolg Ihrer Kampagnen entscheidet

Conversion-Tracking ist die Grundlage für datengetriebenes Marketing (Data Driven Marketing). Es misst, ob Ihre Ziele erreicht werden. Sie legen fest, was ein Besucher auf Ihrer Website tun soll, zum Beispiel ein Formular absenden, anrufen oder kaufen. Sobald diese Aktion passiert, wird sie als Conversion an Google Ads, Meta oder LinkedIn zurückgemeldet.

Google Ads Conversion-Tracking: Warum die Plattformen diese Daten brauchen

Automatische Gebotsstrategien wie «Conversions maximieren», «Ziel-CPA» oder «Ziel-ROAS» in Google Ads lernen anhand der gemeldeten Conversions, welche Nutzer mit hoher Wahrscheinlichkeit Ihr Ziel erreichen. Bei Meta Ads funktioniert die Optimierung nach demselben Prinzip. Fehlen diese Daten oder sind sie falsch, optimiert die Plattform auf das falsche Ziel, etwa auf günstige Klicks statt auf echte Anfragen.

Hard- und Soft-Conversions

  • Hard-Conversions sind Ihr eigentliches Geschäftsziel: ein Kauf, eine Offertanfrage, ein Anruf oder eine Terminbuchung.
  • Soft-Conversions sind Zwischenschritte auf dem Weg dorthin: ein Klick auf den Kontakt-Button, ein Produkt im Warenkorb, ein PDF-Download oder ein angesehenes Video.

Soft-Conversions zeigen, wo potenzielle Kunden in der Customer Journey abspringen. Für die Gebotsstrategie sollten aber in der Regel die Hard-Conversions als primäres Ziel gelten, damit die Plattform auf Ergebnisse mit Geschäftswert optimiert.

So richten wir Tracking ein

Bei Netframe Studios setzen wir das Tracking mit dem Google Tag Manager (GTM) und Google Analytics 4 (GA4) auf. Das Vorgehen:

  1. Ziele definieren: Welche Aktionen haben für Ihr Unternehmen einen echten Wert?
  2. Tags einrichten: Conversions werden über den Tag Manager an GA4, Google Ads und die Social-Plattformen übermittelt.
  3. Testen: Jede Conversion wird vor dem Kampagnenstart geprüft.
  4. Auswerten: Ein Dashboard, zum Beispiel in Looker Studio, zeigt Kampagnen- und Website-Daten an einem Ort.
  5. Optimieren: Budget fliesst in die Anzeigen, die Anfragen bringen. Was nicht wirkt, wird gestoppt.

Tracking und Datenschutz

Seit dem 1. September 2023 gilt in der Schweiz das revidierte Datenschutzgesetz (nDSG). Ein Cookie-Banner mit Einwilligungsverwaltung und eine aktuelle Datenschutzerklärung gehören deshalb zu jedem Tracking-Setup. Wenn Nutzer das Tracking ablehnen, fehlen einzelne Daten. Die Kampagnen lassen sich trotzdem datenbasiert steuern, wenn die verfügbaren Conversions sauber gemessen werden.

Praxisbeispiel: Witzig Alteco

Für die Witzig Alteco Digital Services AG, ein ICT-Unternehmen mit rund 70 Mitarbeitenden, haben wir Google Analytics und den Google Tag Manager neu aufgesetzt, HubSpot als CRM eingeführt und Kampagnen auf Google, LinkedIn und Meta umgesetzt. Ein Looker-Studio-Dashboard macht die Kennzahlen laufend sichtbar.

  • Klickrate: 5 %
  • Conversion Rate: 14 %
  • Kosten pro Anfrage: rund CHF 82
  • Qualifizierte Anfragen: etwa 10 pro Monat

Zur Referenz Witzig Alteco

Weitere Beispiele, bei denen wir Tracking und Kampagnen aufgebaut haben:

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einer Performance-Agentur und einer Full-Service-Agentur?

Eine Performance-Agentur konzentriert sich auf bezahlte Kampagnen. Eine Full-Service-Agentur deckt zusätzlich Strategie, Branding, Website und Content ab und kann Kampagnen und Landingpages aus einer Hand verbessern.

Was ist Conversion-Tracking?

Conversion-Tracking misst, wie oft Besucher auf Ihrer Website ein definiertes Ziel erreichen, etwa eine Anfrage senden oder einen Kauf abschliessen. Diese Daten werden an Werbeplattformen wie Google Ads zurückgemeldet, damit Kampagnen auf echte Ergebnisse hin optimiert werden.

Brauche ich Conversion-Tracking für Google Ads?

Ja. Ohne Conversion-Tracking wissen Sie nicht, welche Anzeigen Anfragen oder Verkäufe bringen, und automatische Gebotsstrategien können nicht auf Ihre Ziele hin optimieren.

Was sind Hard- und Soft-Conversions?

Hard-Conversions sind Hauptziele wie Käufe oder Anfragen. Soft-Conversions sind Zwischenschritte wie Klicks auf den Kontakt-Button oder Produkte im Warenkorb.

Welche Tools braucht es für Conversion-Tracking?

Üblich sind der Google Tag Manager für die Einrichtung, Google Analytics 4 für die Auswertung und die Conversion-Messung der jeweiligen Werbeplattform.

Gibt es eine Performance-Marketing-Agentur in der Ostschweiz, die auch Tracking einrichtet?

Netframe Studios in Herisau und Wil plant Kampagnen auf Google, Meta, LinkedIn und TikTok und richtet das Tracking mit Google Tag Manager und GA4 ein. Wir betreuen Unternehmen im Kanton St. Gallen, in Appenzell Ausserrhoden, im Thurgau und in der Region Winterthur. Weitere Agenturen finden Sie in unserer Übersicht der Marketingagenturen in der Ostschweiz.

Wie schnell zeigen Performance-Kampagnen Ergebnisse?

Erste Daten liegen meist innerhalb weniger Tage vor. Automatische Gebotsstrategien brauchen danach eine Lernphase, bis sie stabil auf Ihre Ziele optimieren.

Sie möchten wissen, ob Ihre Kampagnen richtig messen? Kontaktieren Sie uns für einen Check Ihres Trackings und Ihrer Kampagnen.